E-Paper - 05. September 2014
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Hoffnung für's Nebelhäuschen

RORSCHACH Fred Schuppisser möchte das Nebelhäuschen neu errichten lassen

Am Mittwoch, den 3. September, übergab der Galerist Fred Schuppisser dem Rorschacher Stadtpräsidenten Thomas Müller eine 1232 Unterschriften lange Liste mit Befürwortern für den Wiederaufbau des alten Nebelhäuschens.

Um 16 Uhr am Mittwoch, 3. September, war es schliesslich soweit, der Galerist und Rorschacher Urgestein, Fred Schuppisser, konnte dem Stadtpräsidenten eine 1232 Unterschriften zählende Liste mit Befürwortern für die Wiedererrichtung des Nebelhäuschens übergeben. Die kleine Zeremonie, zu der sich regionale Bekanntheiten und sogar das Fernsehen eingefunden hatten, fand am Standort des alten Nebelhäuschens am Rand des Hafenplatzes statt. Die Grundrisse des Nebelhäuschens waren hierzu auf dem Teer nachgezeichnet worden.

Früher unentbehrlich

Das Nebelhäuschen wurde vor über 100 Jahren vom damaligen Kantonsingenieur, Friedrich Bersinger, erbaut. Für die Schifffahrt war das Häuschen mit seiner Glocke bis in die 1960er Jahre unentbehrlich. Damals navigierten die Schiffe lediglich mit einem Kompass und Karten, in Hafennähe waren sie bei Nebel auf das Läuten von Land aus angewiesen. Seitdem die Radartechnik auch von den Schiffen auf dem Bodensee genutzt wurde, hat das Nebelhäuschen jedoch seine Funktion verloren. Als 1970 ein tragender Pfeiler von einem Lastwagen beschädigt wurde, entschloss sich der kantonale Bauverwalter und der Hafenchef kurzer Hand und ohne Ankündigung das morsche Häuschen abzureisen. Zum Bedauern vieler Rorschacher.

Idee Dank Hafenplatz-Restaurierung

«Die Idee für den Wiederaufbau des Nebelhäuschens ist mir während der Abstimmung zur Hafenplatz-Restaurierung gekommen. Als man für 3.3 Millionen Franken den Platz restaurieren wollte. In Anbetracht solch eines Betrages sollte die Bereitstellung einiger weniger Quadratmeter für das Häuschen doch möglich sein», meint Schuppisser. In seinem Besitz ist das letzte Originalrelikt des alten Häuschens, die Glocke, die während der Übergabe der Unterschriftenliste feierlich von Thomas Müller geläutet wurde.

Laut Schuppisser wäre der Neubau des Nebelhäuschens sogar kostenlos: «Sinnvoll wäre es, wenn sich an der Wiedererrichtung Lehrlinge diverser Sparten etwa Zimmerleute, Maler, Drechsler und so weiter beteiligen würden. Deren Namen könnten als bleibende Erinnerung in eine Messingplatte gestanzt werden, zusammen mit dem von Bersinger, der so eine späte Hommage erfahren würde», so der Initiator.

Praktischer Nutzen

Für Schuppisser solle das neue Häuschen aber nicht einfach romantische Vergangenheit heraufbeschwören. Die Glocke darin könne unter anderem vom Hafenmeister geläutet werden, um Gastschiffe willkommen zu heissen und zu verabschieden. Zum andern wäre es ein willkommenes Motiv für Hochzeiten, Geburtstage und ähnliche freudige Anlässe.

Mit diesen Argumenten konfrontiert gab der Stadtpräsident zu verstehen: «Ob das Häuschen schon 2016 stehen wird, kann ich nicht versprechen. Das hängt mit der Neugestaltung des kompletten Hafenplatzes zusammen. Wir nehmen den Vorschlag aber auf jeden Fall in die Planungsgruppe mit auf», verspricht Müller.

Schuppisser hat sein Ziel damit schon fast erreicht, denn da in Rorschach im Schnitt 1500 Bürger an einer Abstimmung teilnehmen, hat er die Künftige mit 1232 Unterstützern schon so gut wie gewonnen. Die Übergabe stand er nebenbei erwähnt mit einer gebrochenen Rippe durch, aber er sei eben ein Rorschacher Urgestein und kenne nichts, wie eine Freundin von ihm sagt. fg

Bodensee Nachrichten vom Freitag, 5. September 2014, Seite 20 (86 Views)

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