E-Paper - 22. Mai 2015
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«Es fällt mir schwer, aufzuhören»

HORN Die Gründerin und Dirigentin des Chors «singasong» hört auf

Die Gründerin und Dirigentin des Chors «singasong Horn», Amelia Amanda Bruderer, hört nach fünfeinhalb Jahren schweren Herzens auf, um sich eigenen Musikprojekten zu widmen.

«Ich verlasse den Chor, weil ich mehr Zeit brauche. Ich bin Musiklehrerin, Gesangslehrerin und hatte zwei Chöre. Auch beim Gospelchor Gaiserwald höre ich auf», erzählt Amelia Amanda Bruderer. Sie sagt, nur schon durch das Unterrichten und die Chorproben habe sie ein Pensum von hundert Prozent. Hinzu kommen Konzerte und die Auftritte als Sängerin an Hochzeiten und Geburtstagen.

Mitreissender Chor

«Ich möchte mich vermehrt meiner eigenen Musik widmen. Dafür hatte ich bisher schlicht und einfach keine Zeit. Deswegen habe ich entschieden, die Chöre zu verlassen, was mir sehr schwer fiel», sagt Bruderer. Sie möchte die Balance zwischen Unterrichten und Musizieren finden. Während sieben Jahren hat sie beim Gospelchor Gaiserwald mitgewirkt, fünfeinhalb Jahre beim Chor «singasong Horn», welcher durch sie überhaupt ins Leben gerufen wurde. Sie arbeitete an der Jugendmusikschule Arbon-Horn und leitete einen Kinderchor. «Eines Tages kam eine Frau auf mich zu und fragte mich, ob ich mir nicht vorstellen könnte, ein solches Projekt mit Erwachsenen zu gestalten. Ich fand Begeisterung daran und sagte zu», so Bruderer. Drei Monate inklusive Konzert waren geplant daraus ist nun ein lebhafter und aktiver Chor entstanden.

Altes muss Neuem weichen

Da sie nicht wusste, wie viele Leute an die erste Probe kommen würden, war sie gespannt. «Ich staunte nicht schlecht, als 23 Männer und Frauen erschienen», sagt sie und lacht. Nach dem dreimonatigen Projekt stieg die Anzahl der Mitglieder auf über 40 an. Derzeit zählt der Chor über 50 Mitglieder. «Als ich ihnen mitteilte, dass ich aufhöre, waren alle etwas geschockt und bedauern dies sehr. Es geht mir gleich, aber für Neues muss Altes weichen», so Bruderer.

Grosse Zusammengehörigkeit

Sie sagt, die schönsten Momente könne sie kaum zusammenfassen. «Es gab Vieles, was schön war. Die besten Augenblicke waren sicherlich die Konzerte. Unter anderem speziell die Adventskonzerte. Die positiven Rückmeldungen waren jeweils das grösste Kompliment für uns», sagt Bruderer. Der Chor hat viel auf die Beine gestellt. So organisiert er selbst die Konzerte, tritt an Anlässen wie Geburtstagen und anderen Festen auf und wirkte an einem grossen Projekt mit. «Der Chor konnte zusammen mit der Stadtmusik St.Gallen das Konzert 'Queen Symphony' in der Tonhalle vorführen. Das war ein riesiger Anlass mit rund hundert Sängerinnen und Sängern. Das war für mich als Dirigentin eine spannende Aufgabe», meint Bruderer. Sie sagt, der «singasong» habe einen wunderbaren Chorgeist und es gebe keine Grüppchen, sondern eine grosse Zusammengehörigkeit. «Nach den Proben sind wir oft länger in der Beiz gesessen, als wir geübt hatten», erzählt sie und schmunzelt. Am 26. Mai wird sie zum letzten Mal als Dirigentin den Chor «singasong» leiten und wird mit diesem Konzert verabschiedet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie sie sagt.

Stefanie Rohner

Bodensee Nachrichten vom Freitag, 22. Mai 2015, Seite 3 (117 Views)

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