E-Paper - 03. November 2016
Bodensee Nachrichten
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Stattgeflüster

Finsternis

Als Kolumbus im Jahre 1504 mit leeren Vorratskammern auf der Insel Jamaika strandete, verweigerten die Eingeborenen den hungrigen Seefahrern die Hilfe. Da griff der mit der Astronomie vertraute Entdecker zu einer List: Kolumbus drohte den Eingeborenen, Gott werde aus Zorn darüber, dass man seinen Boten schlecht behandle, den Mond verschwinden lassen. Als sich dann am 1. März «auf Befehl des weissen Magiers» der Mond tatsächlich zu verfinstern begann, lagen die Eingeborenen Kolumbus zu Füssen: Schnell wurden seine Schiffe mit Proviant beladen, und die Flotte stach wieder in See. Natürlich schenkte Kolumbus den Eingeborenen in seiner Gnade den Mond zurück. (aus weltbildung.com)

Heute können wir darüber schmunzeln und denken, gut, die Eingeborenen wussten es nicht besser. Wie sieht es aus, wenn sich die Leute in 500 Jahren erzählen sollten, dass sich die Eingeborenen der Schweiz im Jahre 2016 von Angstmachern beeindrucken liessen, die ihnen drohten, dass die Stromgötter Axpo und Alpiq bei einer Annahme der Atomausstiegsinitiative das Licht ausdrehen werden, aus Zorn darüber, dass man sie schlecht behandle und nicht weiterhin fleissig füttere? Dann werden die sich an den Kopf greifen und denken, schlecht, die Eingeborenen hätten es eigentlich besser wissen müssen!

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 3. November 2016, Seite 1 (133 Views)

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