E-Paper - 03. November 2016
Bodensee Nachrichten
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

«Ich reflektiere mein Erleben»

Justin Koller aus Rorschacherberg schreibt Lyrik und fotografiert. Vor 15 Jahren hat er mit Schreiben begonnen und er untermalt und verstärkt seine Texte mit Fotografien.

Rorschacherberg «Das Schreiben wie auch die Fotografie entstehen aus einer Wahrnehmung heraus. Wenn man beides zusammenbringen kann und es sich ergänzt, erzeugen sie Nähe und verstärken die jeweilige Aussage», so Justin Koller. Der Rorschacherbergler organisiert regelmässig Lesungen, an denen er seine Gedichte präsentiert. «Für mich sind Gedichte auch ein Mittel zur Selbstfindung. Ich reflektiere mit ihnen mein Erleben.»

«Ich mache mir viele Gedanken»

Die Themen, die ihn bewegen, sind vielfältig vom Leben, über den Tod bis hin zum Glück all das bringt er in seine Gedichte ein. Bereits zwei Publikationen hat er realisieren können. Eine davon heisst «Was meine Füsse lesen». Koller ist ein leidenschaftlicher Weitwanderer und nimmt vieles in sich auf, wenn er draussen in der freien Natur ist. «Ich liebe es, unterwegs zu sein, wandernd oder flanierend. Die meisten meiner Texte entstehen zusammen mit einem Foto», erklärt Koller. Lyrik ist für ihn etwas Stilles, das aber in jedem Menschen etwas anderes auslösen kann. Koller gibt den Gedanken, die ihn durchs Leben begleiten, eine Form und den Menschen von Aussen einen Zugang zu seinem Empfinden und Denken. «Ich bin ein bewusster Mensch, der sich viele Gedanken macht. Reflexion ist mir wichtig», so Koller.

«Dann zählt nur noch das Schreiben»

Dies hat er auch in seiner früheren Arbeit als Psychotherapeut anwenden und weitergeben können. Das Beste am Schreiben ist für Koller der Flow. «Ein leeres Blatt Papier vor mir zu haben, fordert heraus. Alles ist möglich, Erfolg und Misserfolg. Es gilt, den Widerstand des leeren Blattes zu überwinden. Mit der Zeit entsteht 'Flow', ein als beglückend erlebtes Gefühl eines mentalen Zustandes der Vertiefung und Aufgehens in einer Tätigkeit dann vergesse ich alles um mich, nur noch das Schreiben zählt», meint der Autor. Seine Texte liest er oft erst nach einiger Zeit wieder, um sie dann zu verdichten. «Es ist spannend zu sehen, wie sie dann noch einmal wachsen können», meint Koller. Der Autor verschickt jeden Monat seine Monatsgedichte, Text und Bild, an seinen LeserInnenkreis. «Über ein Feedback freue ich mich immer», betont er. Der Schreibstoff wird ihm so schnell sicher nicht ausgehen. Seine Frau und er reisen oft. Beide interessieren sich für Landschaften, Gesellschaft, für Kultur und Geschichte einer Region meist um das europäische Mittelmeer. «Meine Frau und ich ergänzen uns. Sie übernimmt die Planung, ich bereite die Reise hinterher für mich auf, bearbeite Bilder und Notizen, reflektiere und schreibe. Diese Zeit ist eine Reise in die Erinnerung», meint Koller.

Stefanie Rohner

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 3. November 2016, Seite 22 (53 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   November   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30