E-Paper - 03. November 2016
Bodensee Nachrichten
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

sehr diese Sportart Leute, die sich bis dahin nicht kannten, zusammenschweisst, wenn man für das Gleiche kämpft. Man unterstützt sich gegenseitig und gibt Hilfestellungen, wenn es nötig ist», sagt Hübscher. Sie sagt, wenn man mental an seine Grenzen stösst, sei es wichtig, dass es Menschen gibt, die einen in diesen Momenten unterstützt. «Deshalb ist die Idee für die Bootcamps entstanden. Sport verbindet die Menschen und zeigt ihnen, dass man sich immer eine Stütze sein kann. Das möchten wir in den Bootcamps vermitteln. Die Menschen sollen wieder lernen, füreinander einzustehen», meint Hübscher.

Von Unbekannten zu Freunden

«Das erste Bootcamp war ein voller Erfolg. Wir haben am Schluss dieses Tages festgestellt, dass aus Unbekannten Freunde geworden sind. Es schweisst definitiv zusammen», meint Hübscher. Adrian Schärer arbeitet als Ausbildner in einer Sicherheitsfirma. «In seiner Arbeit gibt er auch Kurse für Firmen und zeigt auf, wie man sich in ungewöhnlichen oder gar bedrohlichen Situationen verhalten soll», meint Hübscher.

Kinder sollen gestärkt durch den Alltag gehen können

Genau das möchten die Geschwister auch am Bootcamp für Kinder tun allerdings auf spielerische Art und Weise. «Situationen, in denen sich Kinder unwohl oder unsicher fühlen, gibt es viele. Daher möchten wir den Kindern anhand verschiedener Beispiele aufzeigen, wie sie reagieren können», erklärt Hübscher. Auf die Idee, ein solches Bootcamp für Kinder zu organisieren, kamen die Geschwister, da ihre Schwester, die selbst Kinder hat, darauf aufmerksam gemacht hat, mit welchen Situationen ihre Kinder und deren Gspänli teilweise konfrontiert werden. «Man bringt seinen Kindern oft bei, nicht laut zu werden und in der Öffentlichkeit nicht zu schreien. Je nachdem braucht es aber ein lautes Organ, um auf sich aufmerksam zu machen zum Beispiel, wenn sich das Kind durch einen Fremden bedrängt fühlt. Deshalb müssen Kinder lernen, wie sie in ihnen bislang unbekannten Situationen reagieren können. Das stärkt einerseits deren Selbstbewusstsein, andererseits gibt es ihnen das Gefühl der Sicherheit», so Hübscher. Kinder sollen gestärkt durch den Alltag gehen können. Die Kinder lernen auch, sich zusammenzuschliessen. «Auch Kinder, die sich nicht kennen, sollten sich zusammenschliessen, weil sie dann mehr ausrichten können», so Hübscher.

«Wir haben eine enge Bindung»

Sie sagt, es gehe vor allem um Deeskalation statt um Konfrontation. «Selbst wenn ein Kind Karate beherrscht, kann es gegen einen Erwachsenen nichts ausrichten», betont Hübscher und ihr Bruder meint: «Es geht darum, schnell und sicher Distanz zum Gegner aufzubauen umdrehen und wegrennen reicht nicht.» Da Kinder oft nicht vom Schlimmsten ausgehen, müssten sie erst lernen, Situationen richtig einzuschätzen. Das versuchen Hübscher und Schärer zu vermitteln. Die Geschwister sind mit denselben Wertvorstellungen aufgewachsen und mussten früh lernen, über sich hinauszuwachsen. «Unsere Mutter ist früh verstorben und seither haben wir drei Geschwister eine sehr enge Bindung. Mit Adrian verbindet mich zusätzlich noch der Sport. Er ist meine grösste Stütze und Motivation», so Hübscher. An den Extrem-Hindernisläufen, für die sie durch halb Europa reisen, sind sie immer gemeinsam. «Es ist stets machbar, da ich weiss, Adrian ist da, wenn ich nicht mehr kann», meint Hübscher.

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 3. November 2016, Seite 3 (79 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   November   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30