E-Paper - 10. August 2017
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Russischer Staatssekretär erholte sich im «Freihof»

Bis 1914 war der Kurort Heiden europaweit ein Begriff, und die vielen Hotels beherbergten regelmässig prominente Gäste aus aller Welt. Ferien in Heiden verbrachte vor 120 Jahre auch seine Exzellenz Monsieur C. Janiewiez Janiewsky aus St.Petersburg, Staats- und Privatsekretär und damit rechte Hand von Zar Nikolaus II, Kaiser der Russen.

Heiden Mit der Eröffnung der Molkenkuranstalt zum «Freihof» im Jahre 1847 begann Heidens Aufstieg zum Kurort. Die einzigartige Lage im Dreiländereck, verschiedene Nobelhotels, der mondäne Kursaal, das erfolgreiche Wirken renommierter Ärzte und die ständige Anwesenheit von Nobelpreisträger Henry Dunant sowie die 1875 in Normalspur erbaute Rorschach-Heiden-Bergbahn waren exklusive Trümpfe, die andere Kurorte nicht aufzuweisen hatten. Heiden liess sich mit Bahn-Extrawaggons ab Berlin und anderen europäischen Metropolen ohne Umsteigen und damit bequem erreichen. 

Datenschutz war kein Thema

Im Fremden-Blatt, der regelmässig erscheinenden Kurzeitung, wurden sämtliche Gäste samt derenHerkunft aufgelistet. Datenschutz war damals kein Thema, und mit Staunen vertiefte sich die einheimische Bevölkerung in die Fülle exotischer Familiennamen und für einfache Leute unerreichbarer Orte. Gleichzeitig mit dem russischen Staatssekretär weilten im «Freihof» unter anderem auch das Ehepaar Cramer aus Paterson, USA, Madame Senftleben-Cotta aus Paris, die Eheleute Gonthier aus Rio de Janeiro, Amtsgerichtsrat Mass mit Frau aus der Hansestadt Anklam und Frau Kommerzienrat Mathilde Wieland aus Ulm.

Herr Süssli logierte im «Löwen»

Auch die Gäste weiterer Hotels wie «Schweizerhof», «Sonnenhügel», «Krone», «Linde», «Gletscherhügel», «Neubad» und «Blumental» sind namentlich aufgeführt. Im «Löwen» logierten einfachere Leute wie etwa Herr Süssli mit Gemahlin und Söhnchen aus Zürich. Im gleichen Hotel weilten auch Frau Kaltbrunn aus Erlenbach, Familie Dierauer aus Winterthur, Herr Iselin mit Gemahlin aus Muttenz und viele weitere. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bedeutete dann dasabrupte Ende der von 1847 bis 1914 dauernden kurtouristischen Hochblüte Heidens. (Quelle: Buch «Ein Gang durch das Heiden um 1900» von Andres Stehli)

pd

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 10. August 2017, Seite 4 (32 Views)

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