E-Paper - 31. August 2017
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Saurer-Schaudepot: «Wir sind im Endspurt»

Von Benjamin Gahlinger

Ein Feuer bei den Dachdeckerarbeiten im Jahr 2014 verzögerte den Start, doch nun stecken die Vorbereitungen für die Eröffnung des Saurer-Schaudepots im Presswerk in den letzten Zügen. Die offizielle Eröffnung findet Ende September statt.

Arbon 9000 Besucher zählt das bereits bestehende Saurer Museum an der Weitegasse in Arbon jährlich. Alleine im kommenden September haben sich bereits 60 Gruppen angekündigt. Es sind zahlen, die davon zeugen, wie ungebrochen das Interesse an der Geschichte der Firma Saurer und den dazugehörigen Fahrzeugen ist. Im Presswerk, gleich neben dem restaurierten Hamel-Gebäude, wird seit Jahren daran gearbeitet, weitere Teile der Saurer-Geschichte für Interessierte zugänglich zu machen. 700 Fronstunden wurden von 28 Helfern investiert, um das Presswerk, dem Ort also, wo die Firma Saurer früher die Karosserien presste, in ein Schaudepot zu verwandeln.

Das Flair bliebt erhalten

«Im Moment sind wir im Endspurt, um an der Eröffnung vom 22. bis 24. September bereit zu sein», erklärt Heinz Oertle, zuständig für die Museumsführungen im Saurer Museum. Das bisherige Lager in Biessenhofen mit Ersatzteilen, Lastwagen, Armeefahrzeugen und anderen Sammlerstücken wird bis dann vollständig geleert sein. «Dass unser Schaudepot hier entsteht, ist für uns alle eine runde Geschichte», sagt Oertle und blickt aus in den Absprache mit dem Denkmalschutz reparierten Fenstern des Presswerks hinaus auf die Grossbaustelle rund um das Saurer WerkZwei-Areal. «Die Halle trägt weiterhin ihren alten Namen, draussen gibt es den Saurer-Weg und die Stickereistrasse und hier drinnen haben wir uns Mühe gegeben, das ursprüngliche Flair des Presswerks beizubehalten», fasst Oertle zusammen.

Die Geschichte soll weitergehen

Auch für viele Fahrzeuge im Schaudepot schliesst sich ein Kreis. Einige davon dürften für Technikfans besonders faszinierend sein, so beispielsweise der Saurer-Gelenkbus, der in den 50er-Jahren in Zürich unterwegs war und gar als erster Gelenkbus der Welt bezeichnet wird. Oder das Militärfahrzeug M4, das mit seinen zwei lenkbaren Achsen zwar extrem wendig war, gerade deshalb aber nicht stabil war und deswegen nie serienmässig produziert wurde. Ebenfalls im Depot wurde eine Handstickmaschine aus dem frühen 20. Jahrhundert ein Geschenk aus privater Hand aus Grabs montiert, Webstühle und Teile von verschiedenen Textilmaschinen werden ab der Eröffnung ebenfalls zu bestaunen sein. «Die Fahrzeuge und Maschinen hier im Schaudepot erzählen spannende Geschichten», weiss Oertle. Geschichten, die auch in Zukunft erzählt werden sollen, so der Wunsch der ehrenamtlichen Helfer des Saurer Museums. «Wir sind alle über 70 Jahre alt und müssen unser Wissen an die nächste Generation weitergeben», sagt Oertle. Die Digitalisierung der Bestände des Saurer Museums werde stetig vorangetrieben, doch worauf man auch in Zukunft angewiesen sei, seien Menschen, welche die Saurer-Geschichte weitererzählen.

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 31. August 2017, Seite 4 (37 Views)

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