E-Paper - 10. Januar 2019
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Haare aus Stahl ein Zirkusbuch

Von Astrid Nakhostin

Über sechs Jahren lang recherchierte der Rorschacher Autor Richard Lehner für sein Buch über die berühmte Zirkusartistin Josefina Tanasa, die viele Jahre ihres Lebens in der Bodenseeregion verbrachte. Am 27. April ist die Buch-Vernissage von «Josefina - Haare aus Stahl» im Forum Würth.

Rorschach Wenn Richard Lehner anfängt von Josefina Tanasa zu erzählen, vergeht die Zeit wie im Fluge und es wird schnell klar, warum ihn die Geschichte der berühmten Zirkusartistin so gepackt hat. Eigentlich war er eher zufällig mit der bis vor kurzem in Rorschach wohnhaften, gebürtigen Rumänin gekannt geworden. Sehr schnell faszinierte ihn ihre Lebensgeschichte und er beschloss, ein Buch über sie zu schreiben.

Von Rumänien durch den «eisernen Vorhang» in die Schweiz.

Aufgewachsen ist Josefina Tanasa in Rumänien und hatte dort bereits im Alter von 15 Jahren zusammen mit ihrem Bruder Petru die ersten Auftritte im Zirkus. Später trat sie gemeinsam mit ihrem Mann auf und wurde mit ihrer Haar-Nummer weltberühmt. Dabei liess sie sich an ihren zu einem Zopf gebunden Haaren in die Höhe ziehen und schwebte über der Manege - eine absolute Sensation für die damalige Zeit.

1966 floh die Familie durch den «eisernen Vorhang» über Prag nach Wien in die Schweiz. Dort wurde die Familie mit ihren Zirkusnummern vom Circus Knie unter Vertrag genommen. Nach ihrem Gastspiel im Circus Knie trat Josefina in allen grossen Zirkussen der Welt auf.

Schwere Schicksalsschläge

Für Richard Lehner war es ein Glück, dass sich seine Protagonistin noch so gut an viele Begebenheiten ihres spannenden Lebens erinnern kann. Viele Male hat er sich mit ihr getroffen, fasziniert ihren Erzählungen zugehört und diese zu Papier gebracht. Zu ihrem Leben gehörten auch zwei Schicksalsschläge: Bei einer Promotion auf den Kanarischen Inseln liess sie sich an den Haaren von einem Kran hochziehen. Dabei kam es zu einem Kurzschluss und sie baumelte während rund 40 Minuten aufgehängt an ihren Haaren in der Höhe. Nur ihren gut trainierten Nackenmuskeln war es zu verdanken, dass sie diesen Unfall überlebte, ohne einen Genickbruch zu erleiden. Ein weiterer schlimmer Schicksalsschlag war der Freitod ihrer einzigen leiblichen Tochter im Jahr 2002.

Buch passt zum Jubiläumsjahr

Heute lebt Josefina Tanasa in einem Seniorenheim in St.Gallen. «Ich hoffe sehr, dass sie bei der Buch-Vernissage im kommenden Frühling mit dabei sein kann», meint Richard Lehner. Sein Werk ist übrigens nicht in Kapiteln, sondern in Zirkusnummern aufgebaut und passt wunderbar zum Zirkusjahr 2019, in dem der Schweizer Nationalzirkus sein 100 jähriges Bestehen feiert.

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 10. Januar 2019, Seite 4 (23 Views)

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