E-Paper - 17. Januar 2019
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Seeuferweg: die Gegner werden aktiv

Von Astrid Nakhostin

Am 10. Februar stimmen die BürgerInnen von Rorschacherberg über den geplanten Seeuferweg ab. Das Komitee «Nein zur Seeaufschüttung» legt nun seine Argumente gegen den Bau des geplanten Wegs auf den Tisch und verteilt dazu einen Flyer an alle Haushalte.

Rorschacherberg Wenn die BürgerInnen von Rorschacherberg am Freitag ihre Briefkästen leeren, werden sie dort einen Flyer «Verkehr, Abfall und Lärm? Nein zur Seeaufschüttung in Rorschacherberg» vorfinden. Dieser ist noch ganz druckfrisch und wurde soeben vom überparteilichen Komitee «Nein zur Seeaufschüttung» herausgegeben. Die Verantwortlichen dahinter sind: Christian Vetsch - ehemaliger Präsident der FDP-Ortspartei-, Karin Fischer, Markus Lörtscher, Peter Locher - SVP Ortsparteipräsident, Daniel Schegel - Berufsfischer - und Sven Bradke als Vertreter der IG Neuseeland. Sie alle sprechen sich klar für ein Nein zur geplanten Uferwegslösung mit Seeaufschüttung und Steg aus. Diese soll 4,5 Millionen kosten und ist bereits die zweite Variante, nachdem der erste Vorschlag im Jahr 2015 von der Stimmbevölkerung abgelehnt worden war.

Befürworter-Zahlen hinterfragt

Gemäss der Uferweg-Befürworter basiert die neue Vorlage auf einer Umfrage bei den Stimmberechtigten zu einer Rad- und Fussweglösung ohne Kostenangaben. Von den verteilten Umfragen seien 42,5 Prozent ausgefüllt retourniert worden. 53,44 Prozent der Befragten hätten sich positiv geäussert. Das hiesse, dass schlussendlich lediglich rund 1000 von über 4000 Stimmberechtigten die vorgeschlagene Uferweglösung gut heissen würden.

Umweltbelastung, Betriebskosten und fehlende Infrastruktur

Für das Nein hat das Komitee zudem eine ganze Reihe von Argumenten zusammengetragen. So führen die Mitglieder zum Beispiel an, dass die geplante Seeaufschüttung zahlreiche BesucherInnen aus nah und fern anlocken würde, für die dann aber die nötige Infrastruktur wie Parkplätze fehle. Bereits heute bestehe an schönen Sommertagen bei der Badi Hörnlibuck ein Parkplatzproblem, das die Anwohner verärgere. Auch die jährlichen Betriebskosten werden ins Feld geführt: der 2,5 m breite Fussweg auf geschüttetem Seegrund und die Stege müssten ja auch permanent betrieben, gereinigt, speziell beleuchtet und gesichert werden. Schon in den vergangenen Sommern habe ein grosses Abfallproblem an verschiedenen Uferabschnitten bestanden.

Daniel Schlegel, der dem Nein-Komitee angehört, ist Berufsfischer. Die von den Befürwortern genannte «Renaturierung» des Seeufers, die durch die Aufschüttung entstehen würde, ist seiner Meinung nach gar nicht nötig. Der Fischbestand sei im Moment so gut wie seit langem nicht mehr und gerade in diesem Jahr habe er eine grosse Fischvielfalt im See beobachten können. Er sieht bei den zu erwartenden Besucherströmen eher eine Gefahr für die Fische, aber auch für die Wasservögel.

Anwohner sind von der Gemeinde enttäuscht

Zu guter Letzt kommen auch die direkt betroffenen Anwohner zu Wort, die sich in der IG Neuseeland zusammengefunden haben. Sven Bradke, selbst wohnhaft am Rorschacherberger Seeufer, verleiht ihnen eine Stimme: «Als wir uns hier ansiedelten, wollte der Gemeinderat das Gebiet Neuseeland gezielt entwickeln. Damals standen dort Ruinen, verwahrloste Bauten und eine verlotterte, denkmalgeschützte Villa. Die Gemeinde verzichtete deshalb auf Wegrechte, kaufte selber keine Grundstücke und lockte verschiedene Käufer an, die Neubauten erstellten. Als diese standen, wurde der kommunale Richtplan erneut geändert und nun soll aufgeschüttet werden», erklärt Bradke. Er und andere Anwohner fühlen sich von der Gemeinde getäuscht. Dies insbesondere, da zusätzlich ein Geh- und Radweg entlang der Churerstrasse erstellt werden soll, der Umbauten der Ein- und Ausfahrten zu den Liegenschaften zur Folge hätte.

Öffentlicher Uferzugang wird im Raumplanungsgesetz empfohlen

Was den Gegnern auch sauer aufstösst, ist die immer wieder gehörte Argumentation, dass ein öffentlich zugängliches Seeufer im Gesetz verankert sei. Dies stimme so nicht. Es gebe dazu lediglich eine Raumplanungsempfehlung im Raumplanungsgesetz, die mit dem Hörnlibuck und neu auch dem Areal Kopp erfüllt werde.

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 17. Januar 2019, Seite 20 (20 Views)

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