E-Paper - 31. Januar 2019
Bodensee Nachrichten
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Wem gehört das Seeufer?

Als ich den Prospekt der Gegner «Verkehr, Abfall und Lärm» zu Gesicht bekam, verstand ich die Welt nicht mehr! Anstatt sich darüber zu freuen, dass wir ein Stück See der Öffentlichkeit zurückgeben können, wird dieser gute Vorschlag von einigen Gegnern mit fragwürdigen Argumenten buchstäblich torpediert. «Verkehr, Abfall und Lärm»… Was haben diese Argumente mit einem naturnahen und erholsamen Spazierweg entlang des Sees zwischen Industrie Kopp und unserer Badi zu tun? «Ruhe statt Tourismus». Dass die Villenbesitzer dieses privaten Seeufers unter sich bleiben wollen, ist verständlich werden aus diesem Grund sogar Einheimische zu «Auswärtigen»? Die Gegner tun so, als würde eine Erschliessung dieses wunderschönen Ufers eine Völkerwanderung unvorstellbaren Ausmasses hervorrufen. Und wenn schon? Ein paar Touristen mehr würden Rorschach und Rorschacherberg sicher nicht schaden.

«Badi Hörnlibuck erhalten» Was hat das mit der Badi zu tun? Parkplätze sind an Wochenenden und sonnigen Sommertagen so oder so ein Glücksfall. Das lockt kein einziges Auto mehr an im Gegenteil: kommst du mit dem Velo, kennst du auch kein Parkplatzproblem, so einfach ist das. Auch zu begrüssen bei einem Ja ist die optimale Lösung des Radwegs entlang der Churerstrasse, die eine Trennung von Fussgänger und Radfahrer gewährleistet (Unfallgefahr).«Teure Aufschüttung» Dreieinhalb Millionen für unsere wohlhabende Gemeinde das Geld ist in dieses Projekt langfristig gut angelegt. Die einheimischen Baumfirmen mit ihren Mitarbeitern zahlen Steuern, also kommt ein Teil des Geldes wieder zurück an den Absender. «Jährliche Betriebskosten» Ich weiss nicht, in welchem Umfang die jährlichen Betriebskosten ausfallen. Doch die Gemeinde Rorschacherberg wird das sicher irgendwie verkraften können.

«Wasser- und Zugvogelreservat schützen» Die einheimischen Vögel werden sich genau wie die Gegner des Projekts an die paar Spaziergänger gewöhnen. Im Gegenteil: Eine naturnahe Aufschüttung ist ökologisch sicher sinnvoll. Und ob sich die Fische und Vögel über die «bevorstehende lärmende und Abfall verursachende Völkerwanderung» stressen lassen, kann sich jeder selbst ausmalen, der über einen gesunden Menschenverstand verfügt. Als Neuseeland-Karpfen würde ich mich einiges mehr über die Fischer aufregen, die mir an die Kiemen wollen… «Steinach, das dreckigste Ufer der Ostschweiz?» Das Problem des Litterings besteht überall, nicht nur am Seeufer von Steinach. Aus diesem Grund den geplanten Seeanstoss für die Allgemeinheit abzulehnen, ist die falsche Lösung und käme einer Kapitulation des Abfallproblems gleich.

«Zeit für einen Schlussstrich» Profiteure wären vor allem Auswärtige... Was haben die Gegner nur gegen Auswärtige? Für mich und viele andere Bergler sind Auswärtige willkommene Gäste! Dieser Weg muss endlich in Angriff genommen werden - auch dieses verbotene Seeufer sollte für alle, auch für willkommene Auswärtige, erschlossen werden! Ich hoffe und wünsche, dass die Bevölkerung von Rorschacherberg und Rorschach am 10. Februar ihr Fleckchen Erholungsgebiet am schönen Bodensee zurückbekommt. Die Gegner können dem schönen Seeweg gerne auch fernbleiben; so hält sich auch der «Stress» der Rorschacherbergler Fische und Vögel in Grenzen…

Willi Nänni

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 31. Januar 2019, Seite 6 (25 Views)

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