E-Paper - 07. Februar 2019
Bodensee Nachrichten
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Das Büro an der Mariabergstrasse 9 dient vor allem einem: Es soll der Bevölkerung die Hürde vom Gang ins Stadthaus nehmen. Oftmals habe Etterlin festgestellt, dass Menschen in Rorschach ein Anliegen haben, dieses aber nicht bis ins Stadthaus tragen. «Sollte ich Stadtpräsident werden, will ich mit den Menschen vor Ort in Kontakt treten», sagt Etterlin. Diesen Kontakt sucht der Stadtpräsidiumsanwärter nun während sechs bis acht Wochen in seinem Dialogbüro. «Ich möchte die Bevölkerung von Rorschach bei der Entwicklung unseres gemeinsamen Lebensraums zu Beteiligten machen», so Etterlin weiter.

Leere Pinnwand soll sich füllen

Im Dialogbüro von Etterlin steht ein Tisch mit Stühlen. Mehr eigentlich auch nicht. Mit Ausnahme von drei Brettern, angelehnt an eine Wand. Diese sollen als Pinnwand dienen. Darauf gehören Stichworte aus der Bevölkerung: Kritiken, Anliegen oder Anregungen. Völlig egal, um was es gehe. Hauptsache man kommt miteinander in Kontakt. «Wichtige Projekte müssen gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt werden. Kommen aus den Dialogen mit der Bevölkerungen Anregungen oder Einwände ans Tageslicht, welche weiterverfolgt werden sollten, werden diese auch in Zukunft in die Projekte einfliessen», sagt Etterlin. Gleichzeitig will der 52-Jährige der «Politikverdrossenheit entgegenwirken», wie er sagt. «Es wird oft kritisiert, dass unser politisches System nur sehr zäh funktioniert und es enorm lange dauert, bis etwas Fahrt aufnimmt», so Etterlin. Anhand seiner langjährigen Politikerfahrung hofft der SP-Politiker, dass auch hierfür ein Austausch stattfinden wird. Was er hingegen nicht wolle ist, dass es eine Art «Sesam öffne dich», also ein Wunschbüro, werde.

Mit dem Dialogbüro prescht Etterlin im Wahlkampf weiter nach vorne und setzt dabei ganz klar auf den Austausch mit der Bevölkerung und stützt sich immer wieder auf seine Aussage, dass es eine «Persönlichkeitswahl» und keine Proporzwahl sei. Trotzdem sagt Etterlin, dass er diese Wahlkampfaktion als Experiment und nicht als taktische Finesse zum Mitkandidaten sehe. «Wenn ich nach den sechs bis acht Wochen merke, dass es einen grossen Andrang gibt und die Hürde von der Bevölkerung zum Stadthaus nehmen kann, ist es nicht ausgeschlossen, dieses Dialogbüro weiterzuführen», sagt der jetzige Schulratspräsident. Eines sei aber sicher, nämlich die Tatsache, dass sich die Kommunikation seitens der Stadt Rorschach verbessern müsse.

Drei Fliegen mit einer Klappe

Mit dem Büro, welches Etterlin gemietet hat, will er drei Dinge, welche Rorschach betreffen, ansprechen. So ist es eine Fläche für Dialoge zwischen der Stadt und der Bevölkerung, aber auch ein Entgegenwirken auf die Problematik mit leeren Ladeflächen in Rorschach. In St.Gallen entstehen für die vorübergehende Nutzung Pop-up Stores etwas, was Etterlin aufnehmen will. «Wir müssen einen Weg finden, wie unser regionales Einkaufszentrum gestärkt werden kann», sagt er. Als drittes Thema nimmt Etterlin «Sharing Economy» und den Klimaschutz auf. So will Etterlin sein Dialogbüro nicht nur für sich beanspruchen, sondern Vereinen oder Kulturschaffenden zur Mitbenutzung zur Verfügung stellen. «Warum ein eigenes Auto haben, wenn es durchschnittlich 23 Stunden am Tag in der Garage oder auf dem Parkplatz steht. Nun bietet sich die Chance, dieses Thema zu transportieren und Menschen für das Thema zu sensibilisieren», so Etterlin.

Ein halbes Jahr Wahlkampf machen könne er nicht, aber er könne ein halbes Jahr mit der Bevölkerung den Dialog suchen, sagt Etterlin abschliessend. Die veröffentlichten Videos auf seiner Homepage und auf Youtube, haben dazu beigetragen. Das vierte Video wird nächste Woche folgen.

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 7. Februar 2019, Seite 3 (16 Views)

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