E-Paper - 03. Oktober 2019
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Olympia-Gewehr zurück im kleinsten Museum der Welt

Bernhard Lämmli aus Thal machte es möglich, er schenkte der Gemeinde Walzenhausen das Gewehr des einheimischen Weltmeisters und Olympiasiegers Emil Kellenberger.

Walzenhausen Emil Kellenberger, 1864 geboren, war zuerst Rideauxfabrikant mit Sticklokal im Güetli. Kurz nach der Jahrhundertwende kaufte er das «Türmlihaus» von A. Künzler-Weilemann, um den dort eingerichteten «Grand Bazar» weiter zu führen. Gleichzeitig betätigte er sich als Sektionschef. Kellenberger war ein passionierter Schütze, wobei er 1897 die Titel des Schützenkönigs am Kantonalen in Bern und 1898 in Neuenburg holte. Ein Jahr später wurde er Vizeweltmeister in Den Haag, 1900 Weltmeister und Olympiasieger in Paris. 1901 bis 1903 verteidigte er den WM-Titel erfolgreich in Luzern, Rom und Argentinien.

Von Thal nach Walzenhausen

Durch die Vermittlung von Peter Eggenberger schenkte Bernhard Lämmli das Weltmeister-und Olympiasieg-Gewehr der Gemeinde Walzenhausen. Wie die Waffe genau von Emil Kellenberger zu Jacob Olibet, Grossvater von Bernhard Lämmli, gelangte, kann der Thaler nur vermuten: «Mein Grossvater Jacob Olibet, einst von Spanien nach Rheineck eingewandert, war ein Super-Schütze. Er gehörte dem örtlichen Schützenverein an. Es ist gut möglich, dass er Emil Kellenberger die Waffe abgekauft hat. Jedenfalls verbrachte ich als Kind viele Stunden bei den Grosseltern in ihrem Restaurant Weinburg in Rheineck, dem eine spanische Weinhalle und ein Comestible-Geschäft angehörten. Leider verstarb Grossvater Olibet 1944 sehr früh. Das Gewehr aber blieb in der Familie. Weil auch ich ein leidenschaftlicher Schütze war, schenkte mir Grossmutter die Waffe, eine GP90, ein Karabiner des Jahrgangs 1890 mit 7,65 mm Munition. Auch ich habe damit geschossen. Jetzt kommt sie aber an den Ort, wo sie hingehört, zurück.» Im Gang des dritten Stocks zwischen den Büros des Gemeindepräsidenten und der Gemeindeschreiberin entstand wie Michael Litscher es bezeichnet, das «kleinste Museum der Welt». Im Beisein von Bernhard Lämmli und Peter Eggenberger mit Partnerinnen zeigte der Gemeindepräsident die sich an der Wand perfekt präsentierende Waffe mit Bild der Schützen, die an der WM in Argentinien teilgenommen hatten. «Gut gemacht», lobte Eggenberger die Schenkung an die Gemeinde Walzenhausen. Auch Michael Litscher, selbst Jäger, zeigte sich hocherfreut über die olympische und weltmeisterliche Waffe, welche von Waffen Büchel, Altstätten, hergerichtet und schiessuntauglich gemacht wurde. «Damit sei das kleinste Museum der Welt nun vollkommen ausgestattet mit dem speziellen Gewehr, einer Urkunde zum 25-Jahr-Jubiläum der Zeichnungsschule aus dem Jahr 1916, dem Bildnis des Kirchen- und somit Gemeindegründers «Hauptman Johan Conrad Künzler» sowie einer Dokumententruhe aus der Kirche. Alle Gegenstände können zu den Bürozeiten besichtigt werden. pd

Bodensee Nachrichten vom Donnerstag, 3. Oktober 2019, Seite 9 (5 Views)

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